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Untergrund vorbereiten und alte Beschriftung entfernen: Reiniger und Entferner für Folierer

Was Avery Dennison, Orafol, 3M und Mactac vor dem Verkleben und beim Entschriften vorgeben

Warum ist die Untergrundvorbereitung so wichtig?

Die meisten Probleme mit Folie entstehen schon vor dem Verkleben. Die Hersteller sind hier deutlich:
  • Avery Dennison (Verarbeitungsrichtlinie Supreme Wrapping Film): Autowachs und Poliermittelrückstände müssen vollständig entfernt sein. Lösemittel, das noch im Lack steckt, kann die Haftung verschlechtern und zu starkem Schrumpfen oder Blasenbildung führen. Kanten, Ecken, Schweißnähte, Nieten und Ähnliches gründlich reinigen und trocknen.
  • Orafol (Verarbeitungsrichtlinie Folienverklebung auf Fahrzeugen): Folie nur auf Untergründen mit mindestens 38 dyn/cm Oberflächenspannung verkleben. Für nicht vollständig ausgehärtete Neulackierungen und unsachgemäß vorbereitete Untergründe ist die Gewährleistung ausgeschlossen.
Worauf es bei schwer verklebbaren Kunststoffen ankommt, lesen Sie in Folien auf Anhängern und niederenergetischen Untergründen. Wann ein Primer hilft, steht in Die besten Primer für verschiedene Oberflächen.

In welcher Reihenfolge reinigt man vor dem Folieren?

Die Hersteller beschreiben im Kern denselben Ablauf:
  1. Waschen: Avery wäscht mit einer milden Reinigungslösung, spült ab und trocknet mit einem fusselfreien Tuch. 3M nimmt eine Spülmittel-Wasser-Lösung. Orafol schreibt für Fahrzeuge die Waschstraße vor, ohne Handwäsche und ohne Wachsprogramm.
  2. Hartnäckige Rückstände lösen: Wachs- und Politurreste laut Orafol nur mit silikonfreiem Industriereiniger auf Citrusbasis, starke Verschmutzung mit Insekten- oder Teerentferner. Keine Reiniger mit Nanoversiegelung.
  3. Entfetten: mit dem Oberflächenreiniger und einem fusselfreien Tuch, laut Avery bei Bedarf wiederholen. Mactac beschreibt es genau: Fläche und Tuch besprühen, die ganze Klebefläche abwischen, besonders Sicken, Nieten und Kanten, etwa 30 Sekunden verdunsten lassen, mit einem sauberen Tuch nachwischen.
  4. Trocknen: Flächen, Kanten, Sicken, Mulden, Fugen und Dichtungsgummis müssen laut Orafol vollständig trocken sein. 3M entfernt Feuchtigkeit an Nieten und Nähten mit dem Heißluftgebläse. Vor dem Verkleben muss die Fläche lösemittelfrei sein.
Reste von Reinigungsmitteln müssen laut Orafol gründlich und vollständig entfernt werden.

Welcher Reiniger passt zu welcher Folie?

Avery schreibt: Viele andere Reiniger und Fettentferner können geeignet sein, müssen aber vorher getestet werden. Wer nach der Verarbeitungsrichtlinie arbeitet, nimmt deshalb am einfachsten den Reiniger des Folienherstellers:
  • Avery Dennison Surface Cleaner (1 l): laut Avery für die Entfettung vor der Verklebung, entfernt Schmutz, Wachs, Tectyl, leichtes Silikon und Cockpit-Sprays. Avery nennt ihn in der Verarbeitungsrichtlinie für Supreme Wrapping Film.
  • Avery Dennison Flat Surface Cleaner (5 l): laut Avery für große, ebene Flächen und starre Lkw-Seitenwände im ersten Reinigungsgang.
  • Orafol Pre-Wrap Surface Cleaner (1 l, 5 l): Orafol lässt alle zu beklebenden Flächen mit dem eigenen Oberflächenvorreiniger nachreinigen.
  • Mactac Wrapping Cleaner (1 l): laut Mactac getestet und empfohlen zum Entfetten von lackiertem Stahlblech und Glas. Andere Untergründe vorher an einer unauffälligen Stelle testen. Bei richtiger Anwendung bleiben keine Rückstände.
  • 3M Untergrundreiniger Surface Preparation System (5 l): für Flächen, die mit 3M Folien beklebt werden. Entfernt laut 3M Wachs, Poliermittel, Silikon, Fingerabdrücke sowie Öl- und Fettrückstände auf Lack, Edelstahl und Aluminium. Anwendung ab 4 °C.
  • PROfluid Surface Cleaner (1 l, 5 l) und Sott Surface Cleaner II (1 l, 5 l): beide sind Vorreiniger und Entfetter vor der Folienverklebung. Der Sott Surface Cleaner II ist laut Sicherheitsdatenblatt nur für den gewerblichen Gebrauch. Wie bei jedem Fremdreiniger gilt Averys Hinweis: vorher testen.

Isopropanol, Spiritus, Glasreiniger: Was geht, was nicht?

  • Isopropanol: Der Avery Surface Cleaner besteht laut Sicherheitsdatenblatt zu 50 bis 75 % aus 2-Propanol (Isopropanol). Unter den gefährlichen Bestandteilen nennt es außerdem d-Limonen und 2-Butoxyethanol. Eine Herstellerfreigabe von reinem Isopropanol als Ersatz für den Folienreiniger liegt uns nicht vor. Wer PROfluid Isopropanol 99,9 % nimmt, testet also vorher, wie Avery es für alle Fremdreiniger verlangt.
  • Spiritus: Orafol schließt Spiritus für die Nachreinigung ausdrücklich aus.
  • Glas: Der PROfluid Glasreiniger ist für Fahrzeug- und Gebäudescheiben gedacht und bereitet die Verlegung von Tönungs- und Sonnenschutzfolien vor.
  • Silikon: Der Silikonentferner (5 l, CKW-frei) entfernt Silikon und weitere Rückstände von Lack und Glas.
  • Reinigungsknete: 3M nennt in der Verarbeitungsinformation für den Lackschutzfilm Protection Wrap Film eine Reinigungsknete mit Wasser und mildem Reiniger als Schritt vor dem Surface Preparation System. Eine Reinigungsknete führen wir mit der Petzoldts MAGIC-Clean Reinigungsknete.

Was gilt bei frisch lackierten Flächen?

  • Avery: Lackflächen müssen komplett trocken, ausgehärtet und kratzerfrei sein. Auf den meisten Einbrennlacken kann die Folie sofort nach dem Abkühlen verklebt werden. Luftgetrocknete Lacke und Ausbesserungslacke müssen mindestens eine Woche aushärten.
  • Orafol: Der Lack muss OEM-spezifiziert und vollständig ausgehärtet sein, im Zweifel fragen Sie den Fahrzeughersteller oder einen Lackierfachbetrieb. Bei nicht vollständig ausgehärteten Neulackierungen ist die Gewährleistung ausgeschlossen.
  • 3M (Produktinformation Untergrundreiniger): Für reparierte oder nachlackierte Bereiche akzeptiert 3M keine Mängelansprüche.
Klären Sie bei Nachlackierungen deshalb vor dem Auftrag, wann und womit lackiert wurde.

Wie entfernt man alte Beschriftung und Folie?

Orafol beschreibt das Abziehen so:
  • Untergrund- und Umgebungstemperatur mindestens +20 °C
  • Folie an einer Ecke lösen und im 180°-Winkel langsam abziehen
  • Mäßig mit dem Heißluftföhn erwärmen, auf +40 bis höchstens +60 °C. Orafol empfiehlt ein Heißdampfgerät.
Folienentferner lösen die Folie chemisch. Für das 3M Graphic Remover System gilt laut 3M: speziell für 3M PVC-Folien entwickelt, Anwendung ab +10 °C. Auf nicht lackierten Flächen wie Stoßstangen, Spiegelkappen, Frontscheinwerfern und Heckleuchten sowie auf Kunststoff- und Plastikteilen wird er weder empfohlen noch gewährleistet. Für reparierte oder nachlackierte Anstriche gibt es keine Mängelansprüche, und 3M verlangt einen Test an einer unauffälligen Stelle. Für ihn und den PROfluid Folienentferner gilt: Materialverträglichkeit vorher prüfen, denn Acrylglas und Lacke können angegriffen werden. Nie auf gerissener Folie einsetzen und das Sicherheitsdatenblatt beachten.
Radierscheiben entfernen Folie und Kleber mechanisch:
  • Der MBX Vinyl Zapper entfernt laut Monti Klebstoffreste, reflektierende Folien, Aufkleber, Zierstreifen und doppelseitiges Klebeband, ohne die Originallackierung zu beschädigen. Laut Monti-Gebrauchsanweisung eignet er sich für OEM- und Acryllack, Metall, Aluminium, Glas und Holz, nur bedingt für ABS, CFK, GFK, Acrylglas und frisch polierte Flächen. Monti verlangt Vorversuche an nicht sichtbaren Stellen. Er läuft mit höchstens 3.500 1/min auf den Antrieben MBX Pneumatic oder MBX Electric, z. B. im Set Electric Variomatic.
  • Die Sott Strip-It Radierscheiben (Eraser Disk, T-Series) laufen mit 3.000 bis 4.000 U/min, ein Adapter für den Akkuschrauber liegt bei.
Schaber wie der Martor Argentax aus der Scrapex-Familie reinigen laut Martor glatte Oberflächen von Etiketten, Aufklebern und Klebstoffen. Außerdem führen wir die Martor Schaberklingen 96.60 für ebene und sanft gewölbte Flächen.

Wie entfernt man Klebstoffreste?

Orafol lässt Klebstoffreste mit silikonfreiem Industriereiniger auf Citrusbasis beseitigen. Für den Avery Dennison Adhesive Remover beschreibt Avery diesen Ablauf:
  1. Großzügig aufsprühen.
  2. Einige Minuten einwirken lassen. Wie lange, hängt vom Klebstoff ab.
  3. Den Kleber durch Nachsprühen feucht halten, Überschuss mit einem Tuch abnehmen.
  4. Den Kleber mit einem Rakel abnehmen, ohne zu zerkratzen. Bei Bedarf wiederholen.
  5. Vor jeder neuen Verklebung die Fläche mit dem Avery Surface Cleaner behandeln.
Avery warnt: Zuerst an einer unauffälligen Stelle testen, denn der Entferner kann Folie und vorhandene Bilder beschädigen. Dämpfe nicht einatmen, Handschuhe tragen und nur in gut belüfteten Räumen arbeiten.

Häufige Fragen zu Reinigern und Entfernern

Avery empfiehlt in der Verarbeitungsrichtlinie für Supreme Wrapping Film den eigenen Surface Cleaner. Andere Reiniger, auch der PROfluid Surface Cleaner, können geeignet sein, müssen laut Avery aber vorher getestet werden. Wenn Sie nach der Verarbeitungsrichtlinie des Folienherstellers arbeiten, nehmen Sie dessen Reiniger: Avery Surface Cleaner, Orafol Pre-Wrap Surface Cleaner, Mactac Wrapping Cleaner oder 3M Untergrundreiniger.

Der Surface Cleaner ist laut Avery für die Entfettung direkt vor der Verklebung gedacht und entfernt auch Wachs, Tectyl, leichtes Silikon und Cockpit-Sprays. Den Flat Surface Cleaner empfiehlt Avery für große, ebene Flächen und starre Lkw-Seitenwände im ersten Reinigungsgang.

Orafol schließt Spiritus für die Nachreinigung aus und schreibt den eigenen Oberflächenvorreiniger vor.

Nein. Mactac schreibt: nie direkt auf die Klebstoffschicht sprühen. Reiniger gehört nur auf den Untergrund, und der muss vor dem Verkleben lösemittelfrei und trocken sein.

Orafol nennt mindestens +20 °C für Untergrund und Umgebung, dazu mäßiges Erwärmen auf +40 bis höchstens +60 °C. Das 3M Graphic Remover System wird laut 3M ab +10 °C angewendet.

Laut Avery mindestens eine Woche bei luftgetrockneten Lacken und Ausbesserungslacken. Auf den meisten Einbrennlacken kann sofort nach dem Abkühlen verklebt werden. Orafol verlangt einen vollständig ausgehärteten Lack, sonst ist die Gewährleistung ausgeschlossen.

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